Das Design

 

Was wäre, wenn die Gestaltung eines Synthesizers einmal NICHT von Budget - Restriktionen oder speziellen Marken Kriterien bestimmt würde? Wenn der Designer ganz einfach tun und lassen kann, was er will - jedes Material verwenden, oder einen Herstellungsprozess wählen, der einfach nur fantastische Gestaltungsergebnisse zulässt, ohne jegliche Rücksicht auf Kosten oder Komplexität?

 

Der 20 Synthesizer verkörpert exakt diesen Anspruch. Dieses Instrument steht für 20 Jahre Synthesizer Design, made by Design Box, hier bei uns in Ravensburg im Süden Deutschlands.

 

Das Basisgehäuse, das bewegliche, ultraflache Bedienpanel, sowie alle Bedienelemente bestehen aus massivem Aluminium und fühlen sich einzigartig wertig an.

 

Wir haben in über 2.000 Arbeitsstunden das Design und die Konstruktion des Gehäuses und der Anbauteile perfektioniert. Das Basisgehäuse sowie das Bedienpanel werden jeweils aus einem massiven Aluminium Block gefräst. Dies geschieht auf einer hochpräzisen 5-Achs-CAD/CAM Maschine, die in weiteren Arbeitsschritten den Innenausbau zur Aufnahme der Platinen und Kabelstränge ausführt. Das Äußere wird nach Wunsch schwarz oder silber eloxiert und erhält eine lasergravierte Produktgrafik.

 

Der 20 Synthesizer wird in einer exklusiven Kleinserie von Hand in Deutschland und Italien gefertigt; - es entstehen lediglich jeweils 20 schwarze und 20 silberne Geräte.

 

Die Klangerzeugung

 

Um dieses Projekt überhaupt zu ermöglichen, bedienen wir uns einer bereits existierenden Synthesizer Platform. Die Sound Engine wurde von Waldorf Music entwickelt. Sie basiert auf einem virtuell analogen Synthese Aufbau, deren Ursprünge auf den legendären Waldorf Wave / Microwave zurückgehen und sich auch in den aktuellen Produkten der Synthesizer Edelschmiede aus Deutschland befinden. So integriert Oszillator 1 eine Wavetable Engine mit den klassischen PPG Wellensätzen, perfekt  zur Erzeugung digitaler Klangstrukturen oder lebhafter Soundscapes. Darüber hinaus kann Oszillator 1 auch Samples wiedergeben. Der Sample Speicher des 20 ist unter anderen mit den Signature-Klängen des Neuron Synthesizer gefüllt; - optimiert von Kurt Ader und Peter Jung von KaPro. 

 

Der deutsche Hersteller SPL hat speziell für den 20-Synthesizer eine SUPRA Op-Amp Variante entwickelt. Das Synthesizersignal wird hierfür direkt hinter dem Prozessor abgegriffen und erhält durch die 120 Volt Technologie einen deutlichen Dynamik Zugewinn und mehr Transparenz im Ausgangsbereich, der mit symmetrischem Stereo Out und einem High-End Kopfhörer-Anschluss mit eigenem Lautstärkeregler bestückt ist.

 

 

Das Benutzer Interface

 

Für das klappbare Bedienpanel verwenden wir als Grundlage die Frontboards des Studiologic Sledge. Diese werden für den Einsatz im 20 Synthesizer mit hochwertigen Metall-Poties bestückt. Zusätzlich kommen speziell gestaltete Taster zum Einsatz, für deren Herstellung eine Kunststoff-Spritzguss Form angefertigt wurde.

 

Als Tastatur kommt eine ebenfalls eigens für den 20 Synthesizer angefertigte Variante des Fatar Spitzenkeyboards TP8 zum Einsatz, die für uns komplett in Schwarz ausgeführt wird.

 

Das großzügige Bedienfeld reflektiert den Signalweg des Synthesizers und orientiert sich in der Auswahl der Parameter an klassischen Vorbildern. Ganz links finden sich die LFOs, gefolgt von den 3 Oszillatoren. Im Mixer werden die Signalanteile der Oszillatoren und des Noise Generators gemischt - neben einem Regler findet sich hier jeweils ein On/Off Taster zur schnellen Kontrolle der Signalanteile eines Sounds. Rechts daneben folgt der Multimode Filter mit eigener ADSR Hüllkurve, darunter die Amplifier ADSR Hüllkurve, darunter die beiden Effekt-Sektionen. 

 

Es gibt keine Doppelbelegungen - per Funktion steht jeweils ein Bedienelement zur Verfügung. Diese Einfachheit macht den 20 zu einem sehr benutzerfreundlichen, musikalischen Instrument. Das Erstellen eigener Klänge macht Spass und verführt zur kreativen Wiederentdeckung des Synthesizers per se.

 

Um dieses Erlebnis zu unterstützen, sind alle Bedienelemente ergonomisch perfekt auf dem Panel positioniert.

 

Der Sound

 

Meine erste Leidenschaft galt der Musik - mit 9 Jahren begann ich Klavier zu spielen. Und mit 13 Jahren startete ich als Keyboarder in meiner ersten Band - mit einer Yamaha YC25D (ja, - die rote!) und einem Fender Rhodes 73 Mark 1 Piano. Schon kurze Zeit später infizierte mich der Sound des Synthesizers und ich bestellte bei meinem ortsansässigen Händler einen Yamaha CS10 - ohne ihn vorher jemals ausprobiert zu haben. Als das Gerät dann endlich auf meinem Fender Rhodes stand und ich meine ersten Klangexperimente machte, musste ich mit Entsetzen feststellen, wie wichtig ein zweiter Oszillator gewesen wäre . . . Abhilfe für diesen Missstand brachten ein Octaver und ein Band-Echo. Endlich klang das Gefüge (beinahe) nach 2 Oszillatoren und "Shine on you crazy diamond".

 

Schon bald danach kamen die ersten polyphonen Synthesizer auf den Markt und ich erinnere mich an ein Konzert der deutschen Band „Octopus“, deren Keyboarder einen Prophet 5 spielte. Wieder war ich total geflasht von der Kraft und Klangfülle - vor allem aber dem neuartigen Sound dieser Maschine. Ähnliches erlebte ich in den frühen 80ern, mit dem Aufkommen der ersten Digitalsynthesizer, allen voran der PPG - oder der Yamaha DX 7.

 

Die Liebe zur Musik und Synthesizern im Speziellen blieb mir bis heute erhalten. Und auch nachdem ich nun seit vielen Jahren meinen Lebensunterhalt mit der Gestaltung von Synthesizern verdiene, bin ich nach wie vor fasziniert von den klanglichen Möglichkeiten und dem kreativen Potential dieser Instrumente. Noch immer spiele ich aktiv in Bands und programmiere Sounds für unser Programm, aber auch für manches Gerät das ich gestalte. 

 

Im 20 Synthesizer findet sich daher ein sehr persönliches Soundest, bei dessen Erstellung das KaPro Team - Kurt Ader und Peter Jung, mein alter Freund Peter Gorges und Erik Kahms - Pate standen.

 

Die Sound Designer

Kurt Ader

Kurt arbeitet seit vielen Jahren für nahezu alle bekannten Synthesizer Hersteller. Er ist ein absoluter Spezialist, wenn es um Orchester- und Flächensounds geht. Für seine Klangkreationen für Hersteller wie EMU Systems ®, Korg ®, oder ROLI ® hat er viele begehrte Preise abgeräumt. Für den 20 hat er zusammen mit seinem KApro-Team um Dr. Peter Jung einen Großteil der 20 Sounds programmiert. Darüber hinaus, hat der Meister selbst mehrere Stunden am Gerät hier in Ravensburg zugebracht - herausgekommen ist ein überaus hörens- und spielenswertes Soundset, welches die Klasse dieses exzeptionellen Sound Designers eindrucksvoll untermauert.

 

 

Das KApro Team - Dr. Peter Jung & Dr. Guido H. Bruck

Dr. Peter Jung und Dr. Guido H. Bruck sind die fleißigen Bienen der KApro. Ihr Knowhow machte es möglich, die Neuron Samples, die wir in den 20 integrieren wollten so zu komprimieren, daß sie auch tatsächlich in den begrenzten Sample RAM des Gerätes reinpassten. Darüber hinaus lieferten sie weiteres Sample Material aus den exzellenten KApro Librarys, die für eine deutliche Erweiterung des 20-Klangspektrums sorgen.

 

Basierend auf diesen Samples programmierte Peter mehr als 200 herausragende Sounds für den 20. Sie repräsentieren einen eindrucksvollen Querschnitt aus 50 Jahren Synthesizer-Geschichte und bilden den Großteil des Factory-Soundsets. Er half uns auch bei der Strukturierung, sowie der Sortierung und Benennung aller Sounds. Mit seinem tiefgreifenden technischen Verständnis konnte Peter uns auch entscheidende Hinweise zur Optimierung der Hardware geben. Ohne sein persönliches Zutun und die große Unterstützung des gesamten KApro Teams wäre diese Reise sicherlich wesentlich stürmischer geworden.

 

 

Peter Gorges

Auch Peter ist nun schon über mehrere Jahrzehnte – anfangs als Studiomusiker, (Buch-)-Autor, Journalist, Sounddesigner – in letzter Zeit als Gründer von Musiktechnologie-Firmen wie Wizoo und UJAM - in unserer Branche unterwegs. Angefangen hat alles mit dem Sounddesign für Yamaha's DX7 ® Synthesizer, dessen inneren Strukturen er wie kein Zweiter zu erfassen scheint. Mit seinen charismatischen Klang-Kreationen konnte er auch Hersteller wie Clavia ®, Waldorf ® oder Kawai ® überzeugen, um später als Chef-Visionär bei Wizoo / Steinberg ®, Digidesign ®, oder in seinem heutigen Unternehmen UJAM den Markt für virtuelle Instrumente nachhaltig zu gestalten. Mit seinem tiefgreifenden Verständnis für Synthesizer und im Speziellen seiner Liebe für frische, unkonventionelle Klänge hat Peter ein sehr persönliches kleines Soundset für den 20 kreiert – seine Hommage an unsere Freundschaft und seine Bewunderung für das 20-Projekt.

 

 

Wolfram Franke

Wolfram entwickelt hauptberuflich hochwertige Software-Musikinstrumente und -Effekte. Viele Jahre war Wolfram als Sounddesigner und Produktspezialist der Firmen TSI (Ex-Vertrieb von PPG ® / Simmons ® / Steinberg ®) und Waldorf unterwegs. Sein eigentliches Interesse galt aber schon immer - neben dem Sounddesign - der Entwicklung von Synthesizern. So war er viele Jahre Hauptentwickler der Waldorf-Plug-Ins PPG Wave 2.V und 3.V, Largo, Attack, oder dem Steinberg A1. Er war maßgeblich an der Entwicklung der bekanntesten Waldorf-Synthesizer (Wave, Q-Serie, Biofeld, etc.) und des Access Virus TI ® beteiligt. Seine preisgekrönten Instrumente und Sounds hört man seit den späten 1980ern auf unzähligen Hits.

 

Wolfram half uns bei der finalen Zusammenstellung des 20 Werks-Soundsets. Darüber hinaus lieferte er uns ein brillantes Set persönlicher Sound-Kreationen; - hervorragend spielbar und perfekt im Mix.

 

 

Erik Heirmann

Seit den 90er Jahren ist Erik als Musiker, Audio-Engineer und Sound Designer tätig. Führende Hersteller, wie Waldorf ®, Novation ®, EOWAVE ®, SPL ® oder Avalon ® schätzen Erik's außergewöhnliches Talent für innovative Klangkreationen, die sich in allen möglichen Produktionen hervorragend integrieren. Als Künstler arbeitet Erik unter den Labels  „Setsuna" und „Prahlt“, mit welchen er europaweit auf Festivals und in Clubs große Bekanntheit erlangt hat.
Für den 20 hat Erik verschiedene, typische Electronica-Patches entwickelt, allesamt roh, kraftvoll und wunderbar gemein. Erik's Sounds entwickeln in jedem noch so fülligen Mix eine besondere Energie; - sie stechen heraus, bringen den "Extra Boost" genau dann, wenn man ihn braucht. Hören Sie Erik's Musik unter www.setsuna.de

Der Herstellungsprozess

 

Das Fräsen des Voll-Aluminium Gehäuses nimmt mehrere Tage Zeit in Anspruch und findet in einer kleinen, exklusiven Fabrik in Süddeutschland, nahe dem Bodensee statt. Danach werden alle sichtbaren Oberflächen in einem computergesteuerten Verfahren glasperl-gestrahlt. Es entsteht eine leicht rauhe Oberfläche, die dann - je nach Wunsch - in Schwarz oder Aluminium Natur eloxiert wird. Die Produktgrafik wird per Lasergravur realisiert. 

 

 

 

Das 20 Soundboard, sowie die SPL Supra OP Amp Platinen befinden sich zusammen mit dem Netzteil rückseitig auf einem Einschub des Instrumentes. Die Herstellung des Einschubs und die Verbindung der Waldorf Klangerzeugung mit der OP Amp Technologie erfolgt bei SPL in Düsseldorf.

 

 

Der Zusammenbau und finale Tests des Gerätes finden bei der Firma Fatar in Recanati / Italien statt. Fatar verfügt aus Kooperationen mit Korg, Roland, aber auch durch die jahrzehntelange Entwicklung und Herstellung hochwertiger Tastaturen über herausragende Fertigungsstandards. Von hier aus werden die Instrumente an die Kunden ausgeliefert.