Über den „20“ Synthesizer, Axel Hartmann und 20 Jahre Design Box

 

Als ich im Jahr 1989 bei Waldorf Music als Industrie Designer angestellt wurde, erfüllte sich ein lange gehegter Traum: Die Verschmelzung meiner beiden Interessen - Musik und Design. Ex PPG Chef Wolfgang Düren holte mich direkt nach dem Studium ins schöne Rheinland zur jungen Waldorf Music. Das erste Instrument, das ich für Waldorf gestalten durfte, war der MicroWave Synthesizer.

 

Der Waldorf MicroWave Synthesizer

 

Meine Diplom-Arbeit, die Musik Workstation „Gambit“ half mir bei Waldorf und auch in der gesamten Musikbranche Fuß zu fassen. Sie wurde in der Zeitschrift „Keyboards“ veröffentlicht und auch das weltbekannte Synthesizerstudio Bonn / Dirk Matten gab mir Gelegenheit, die Arbeit in Form einer Ausstellung der Öffentlichkeit zu präsentieren.

 

Eine frühe Entwurfsskizze der Gambit Workstation

 

Ich fühlte mich von der ersten Sekunde unglaublich wohl zwischen den Synthesizer-Verrückten aus Waldorf, die aus diesem winzigen Ort im Herzen Deutschlands die gesamte Synthesizer Szene aufmischten. Neben meiner kreativen Design-Arbeit durfte ich auch die Geräte auf den wichtigen Musikmessen vorführen - und hatte so die Gelegenheit viele meiner Keyboard Helden persönlich kennen zu lernen.

 

Dieser Beruf und das gesamte Umfeld waren perfekt für mich. Ich arbeitete über 6 Jahre als Inhouse Designer für Waldorf Music - in den letzten Jahren zunehmend und im Rahmen eines eigenen Design Departments auch für andere Firmen wie Steinberg, Midiman, Novation oder Hohner.

 

1995 startete ich dann zusammen mit meinem Studienkollegen Stephan Leitl in die Selbständigkeit. Wir gründeten die Firma „Design Box“ in Ravensburg. Russ Jones, den ich als USA Vertrieb der Waldorf und Steinberg Produkte kennen gelernt hatte, half mir bei der Kontaktaufnahme zu verschiedenen US Firmen - darunter Alesis, EMU Systems oder Antares - und ich konnte mein professionelles Netzwerk schnell erweitern.

 

Axel (rechts) und Stephan, die Designbox Gründer.

 

Im Jahr 2000 wagte ich dann den Schritt in die Domäne der Synthesizer Hersteller. Bei der Realisierung des „Neuron“ begleiteten mich meine besten Freunde - darunter Hollywood Filmmusik Legende Hans Zimmer. Auch nach mehr als 15 Jahren ist der Neuron, basierend auf den neuronalen Netzwerken von Stephan Bernsee, ein konzeptionell wie klanglich einzigartiges Instrument.  

 

Der Neuron Synthesizer, eine emotionale Fotoaufnahme für den damaligen Verkaufsprospekt (2001)

 

Seit mehr als 25 Jahren gestalte ich Synthesizer - und es sind exakt 20 Jahre, seit ich mich mit Stephan Leitl auf die Reise machte. 

 

Zeit, zurück zu blicken. Über die Jahre lernte ich viele fantastische Entwickler, Ingenieure, Erfinder, Musiker und Visionäre kennen - allesamt spannende, freundliche, ehrliche Menschen. Darunter der Erfinder des Synthesizers, Bob Moog. Und ich hatte die besondere Gelegenheit, mit ihm und für ihn seinen letzten Synthesizer, den Little Patty zu gestalten. 

 

Der Moog Little Phatty Synthesizer (Foto © by Moog Music )